1. Der Expertenkonsens: Ein endemisches Designproblem
Experten und Mechaniker sind sich einig, dass das ölgetränkte Zahnriemensystem des PureTech 1.2 EB2-Motors die Hauptursache für seinen schlechten Ruf ist, was ihm den abfälligen Spitznamen „PudreTech“ eingebracht hat. Es wird argumentiert, dass der Motor einen Konstruktionsfehler aufweist, der seine Zuverlässigkeit unabhängig von der offiziellen Wartung zwangsläufig beeinträchtigt.
Experten sagen, der Motor sei ein „missratenes Projekt“ und die Mechanik selbst sei zwar „relativ gut“, aber das große Problem sei der nasse Riemen und der damit verbundene Schmutz. Das potenzielle Risiko eines Riemenbruchs oder verstopfter Kanäle, die ein Festfressen verursachen, ist selbst bei geringer Laufleistung (einige berichten von Problemen bei weniger als 40.000 km, insbesondere bei kurzen oder kalten Fahrten) sehr hoch.
2. Die technische Kritik: Kraftstoff als Lösungsmittel
Die Fachleute sind sich einig, dass die Hauptursache für die Verschlechterung die Verdünnung des Öls durch Benzin ist, das aus dem Verbrennungsraum über die Kolbenringe in das Kurbelgehäuse gelangt.
Folgen nach Ansicht von Fachleuten:
– Reduzierter Schutz: Benzin verringert nicht nur die Viskosität des Öls, sondern verdünnt auch die schützenden Additive, wodurch die Korrosions- und Rostschutzwirkung des Schmierstoffs verringert wird.
– Chemischer Angriff: Benzin greift, ähnlich wie Alkohol, die Nitrilverbindung des Riemens an, wodurch dieser aufquillt und Rückstände abgibt. Diese Rückstände werden gummiartig und klebrig und verstopfen wichtige Kanäle, einschließlich des Ölpumpenfilters, was zu einem Abfall des Schmierdrucks führt.
– Kostspielige Pannen: Wenn der Riemen reißt (bei EB2, das Zylinderköpfe mit Interferenzventilen verwendet), kann der Schaden katastrophal sein, und es ist besser, den Motor auszutauschen als ihn zu reparieren. Die Reparaturen können bis zu 8.000 Dollar kosten, wenn ein Bruch vorliegt, oder 2.000 Dollar, wenn er rechtzeitig erkannt wird.
3. erweiterte präventive Wartung und Lösungen (BG-Produkte)
Da das Problem theoretisch 100 % der Produktion dieser Motoren der ersten und zweiten Generation betrifft, empfehlen Fachleute eine vorbeugende Wartung, die strenger ist als die offizielle.
BG Products empfiehlt den BG Performance Oil Change Service, um die Ursache des Problems zu beheben:
1. 109 EPR (Engine Performance Restoration): Entwickelt, um harte Kohlenstoffablagerungen an den Kolbenringen aufzulösen und so die ordnungsgemäße Abdichtung des Brennraums wiederherzustellen. Dies ist wichtig, um die Verunreinigung des Öls durch Kraftstoff im Kurbelgehäuse zu minimieren.
2. 115 MOA (Motor Oil Additive): Dieses Additiv erhöht den Schutz des Öls (um 10 bis 30 % mehr) und wirkt als Schutzschild gegen Säuren, die durch Kraftstoffverunreinigungen entstehen. Bietet zusätzlichen Schutz für den in Öl getauchten Riemen, um seine Lebensdauer zu verlängern, und hilft, die Ölverdunstung zu reduzieren.
3. 208 44K von BG: Dieser Einspritzreiniger entkohlt den Brennraum und den Kolbenboden. Durch die Wiederherstellung einer perfekten Zerstäubung der Einspritzdüsen wird die Menge an unverbranntem Kraftstoff, der das Öl verunreinigen könnte, reduziert.
Allgemeine Expertenempfehlungen:
– Verwenden Sie nur das zugelassene und vorgeschriebene Öl (z. B. 0W20).
– Öl- und Filterwechsel alle 10.000-15.000 km.
– Kontrollieren Sie den Riemen regelmäßig und tauschen Sie ihn sogar vor dem neuen offiziellen Intervall von 100.000 km oder sechs Jahren aus.
4. Die Stellantis-Strategie und die Kettendebatte
Stellantis hat versucht, der Unzufriedenheit mit einer verlängerten Garantie (10 Jahre oder 175.000 km) zu begegnen. Nach Ansicht von Fachleuten handelt es sich dabei jedoch um ein „bloßes Linderungsmittel“, da der endemische Motorschaden damit nicht beseitigt wird, so dass das Problem nach Ablauf der Garantiezeit erneut auftreten kann.
Die Konstruktionsentscheidung (im Mittelpunkt der Kritik): Einer der schärfsten Kritikpunkte ist die Entscheidung von Stellantis (mit einer Mehrheit von ehemaligen PSA-Mitgliedern im Vorstand), weiterhin in den PureTech-Motor zu investieren und ihn weiterzuentwickeln, anstatt die FCA-FireFly-Motoren zu übernehmen, die als phänomenal in Bezug auf Effizienz und Zuverlässigkeit gelten. Das Argument von Stellantis war, dass der FireFly „zu neu“ oder 500 Dollar teurer in der Herstellung sei.
Der Kettenumbau (PureTech Gen3): Die wichtigste Korrektur war der Ersatz des feuchten Riemens durch eine Steuerkette bei neueren Versionen (wie dem 1.2L EB2 Gen3 und den MHEV 48V Varianten). Doch selbst diese „Lösung“ stößt auf Skepsis. Einige Experten weisen darauf hin, dass zur Kostenminimierung eine sehr kleine Kette (8 mm Glieder) an den gleichen Raum wie das Band angepasst wurde. Unter Belastung und Hitze können sich diese Verbindungen ausdehnen und durch eine falsche Ausrichtung des Ventilhubs neue Probleme verursachen.
5. Abschließende Zusammenfassung
Die Expertenmeinungen zum PureTech-Motor von PSA reichen von der Anerkennung einer effizienten Basiskonstruktion bis hin zu harscher Kritik an einem kritischen Zuverlässigkeitsfehler im Zusammenhang mit dem feuchten Riemen. Während Stellantis versucht, den Kurs mit der Einführung der Steuerkette bei den neueren Generationen und der Verlängerung der Garantie für die betroffenen Modelle zu korrigieren, bleibt die Hauptempfehlung für die Besitzer der problematischen Versionen die hyperpräventive Wartung, die Verwendung von Additiven, die der Ölverdünnung durch Kraftstoff entgegenwirken, oder, für diejenigen, die den Motor noch nicht gekauft haben, die Vermeidung des Motors in der Version mit nassem Riemen.